Wein-Werkstatt

Wein-Werkstatt – Woher kommt der Name? Das werde ich oft gefragt.

 

Für mich ist Wein machen handwerkliches Arbeiten. Am Weinstock Hand anzulegen, den Boden richtig zu bearbeiten, die Drahtanlage in Schuss zu halten, den Bulldog wieder zum Laufen zu bringen – das alles erfordert handwerkliches Geschick. Hinzu kommt die Königsdisziplin – der Weinausbau. Hierbei ist mein Ziel die Qualität, die ich am Rebstock ernte, im Keller zu einem authentischen Wein zu verarbeiten.


Eine kleine Besonderheit meiner Wein-Werkstatt ist, dass ich viele Dinge, die ich in den Reben oder im Keller benötige, selber entwickle und baue. Da mein Budge immer klein ist, aber ich weiß was ich will, ist bei mir immer viel Kreativität und Fleiß angesagt.

 

Das größte Projekt, das ich inzwischen abgeschlossen habe, war der Ausbau meines Barrique Kellers. Mir war es wichtig das kühle und feuchte Klima des Lehmbodens zu erhalten, aber gleichzeitig muss ich auch wirtschaftlich denken und arbeiten. Daher habe ich mich entschieden, anstatt zu betonieren den Boden mit Schotter aufzufüllen und einzuebnen, um anschließend großporige Pflastersteine zu verlegen.


Werdegang der Wein-Werkstatt

Ich gründete meine Wein-Werkstatt 2014 nach meiner Rückkehr aus Neuseeland. Während meiner Zeit in Übersee arbeitete ich hauptsächlich für das Weingut Felton Road, das für seine Pinos und den Chardonnay bekannt ist. Während dieser Zeit reifte in mir die Entscheidung, mich mit der Wein-Werkstatt auf eigene Füße zu stellen.

Angefangen habe ich mit einem alten Schlepper von meinem Opa und zwei Spätburgunder „Stückle“ in Riegel. Mit viel Elan, handwerklichem Geschick und mit tatkräftiger Unterstützung von Verwandten und Freunden begann ich meine Wein-Werkstatt aufzubauen und auch heute entwickelt sich mein kleines Weingut noch kontinuierlich weiter. So wird jede verkaufte Flasche reinvestiert, um immer ein Stückchen weiter zu kommen.

 

Im Jahr 2016 machte ich meinen Winzermeister, um das nötige Rüstzeug für meine Vorhaben zu erlangen. Viel Wissen und Erfahrung im An- und Ausbau von Spätburgunder sammelte ich von Bernhard Huber in seinem Weingut in Malterdingen, wo ich bis 2020 fast 12 Jahre arbeitete.  Hier erlernte ich einiges Knowhow, was sich in meinen Weinen auch heute noch abzeichnet.

Während dieser Zeit war ich vorwiegend in den Reben unterwegs, wo ich viel über den Boden, die Rebstöcke und das Mikroklima lernte. Während der Weinlese sammelte ich Erfahrungen darin, wie man die Individualität einer jeden Parzelle passend vinifiziert.

 

Seit vergangenem Jahr arbeite ich, neben der Wein-Werkstatt, an vier Tagen in der Woche im Weingut Trautwein in Bahlingen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Keller und im Weinausbau. Ich freue mich sehr hier meine Erfahrungen, vor allem in der Rotweinbereitung, einbringen zu können. Für mich ist es ein spannendes Tätigkeitsfeld in einem tollen Team.

Biologische Bewirtschaftung

Neben dem Weinausbau liegt mir die ökologische Bewirtschaftung sehr am Herzen. Seit meiner Betriebsgründung 2014 arbeite ich nach den Grundsätzen des ökologischen Weinbaus. In den ersten beiden Jahren hatte ich hierfür noch die Hilfe eines Freundes. Seit 2017 mache ich alles selbst, denn nur so ist es mir möglich individueller auf die unterschiedlichen Rebstücke, sowie das Mikroklima zu reagieren.

Im Jahr 2018 entschloss ich mich mit der Zertifizierung zum ökologischen Weinbau zu beginnen. Dieses Jahr habe ich es geschafft! Der Jahrgang 2021 ist der erste offizielle Ökowein aus der Wein-Werkstatt. Worüber ich mich riesig freue.

 

Was ist das Besondere am „Ökowein“ und warum hast du dich dafür entschieden ökologisch zu arbeiten? Diese Fragen werden mir des Öfteren gestellt. In erster Linie mache ich es meinetwegen. Leider kommt auch die ökologische Bewirtschaftung nicht komplett ohne Pflanzenschutz aus, dennoch ist mir wichtig nach dem Prinzip so wenig wie möglich und dennoch so viel wie nötig zu verfahren. Außerdem sollte immer bedacht werden, welche Mittel ausgebracht werden und welchen Einfluss diese auf die Tier- und Umwelt haben.

Denn nicht nur die Trauben stehen im Mittelpunkt. Ich sehe das Rebstück als ganze Einheit. Mich interessierten auch die Bodengesundheit, Kleinlebewesen und die Artenvielfalt. Wenn ich beobachte, dass etwas nicht stimmt, ist es weniger wichtig den Schaden zu bekämpfen als die Ursache zu erkennen und präventiv tätig zu werden. Diese Herangehensweise ist meist längerfristig von Erfolg und schützt unserer aller Umwelt.